Was ist Umschuldung? Definition und Bedeutung

Erfahren Sie alles über die Umschuldung von Krediten: Was sie bedeutet, wie sie funktioniert und wann sie sich für Sie lohnt.

Umschuldung Definition: Was bedeutet Umschuldung?

Der Begriff Umschuldung bezeichnet den Vorgang, bei dem ein oder mehrere bestehende Kredite durch einen neuen Kredit ersetzt werden. Das Ziel ist dabei in der Regel, von besseren Konditionen zu profitieren und dadurch Geld zu sparen oder die monatliche Belastung zu reduzieren.

Im Kern ist eine Umschuldung also nichts anderes als ein Kreditwechsel. Sie nehmen einen neuen Kredit auf, dessen Auszahlungsbetrag genutzt wird, um Ihre bisherigen Schulden vollständig zu tilgen. Ab diesem Zeitpunkt zahlen Sie nur noch die Raten für den neuen Kredit.

  • Umschuldung bedeutet: Alten Kredit durch neuen Kredit ablösen
  • Ziel ist meist eine Zinsersparnis oder niedrigere Monatsrate
  • Auch mehrere Kredite können zu einem zusammengefasst werden
  • Das Recht zur Umschuldung ist bei Ratenkrediten gesetzlich garantiert

Wie funktioniert eine Umschuldung?

Der Ablauf einer Umschuldung ist unkomplizierter, als viele vermuten. Im Wesentlichen läuft sie in fünf Schritten ab, die Sie bequem von zu Hause aus erledigen können.

So funktioniert die Umschuldung

1

Restschuld ermitteln

Fordern Sie bei Ihrer aktuellen Bank eine Restschuldbestätigung an oder schauen Sie in Ihre Kreditunterlagen.

2

Neue Angebote vergleichen

Nutzen Sie einen Kreditvergleich, um Angebote mit besseren Konditionen zu finden.

3

Ersparnispotenzial berechnen

Vergleichen Sie die Gesamtkosten des alten und neuen Kredits unter Berücksichtigung aller Gebühren.

4

Neuen Kredit beantragen

Beantragen Sie den neuen Kredit online und reichen Sie die erforderlichen Unterlagen ein.

5

Alten Kredit ablösen lassen

Der neue Kreditgeber überweist den Ablösebetrag direkt an Ihre bisherige Bank.

Der gesamte Prozess dauert in der Regel zwischen einer und zwei Wochen. Viele Banken bieten mittlerweile eine vollständig digitale Abwicklung an, sodass Sie keine Filiale aufsuchen müssen.

Welche Kredite kann man umschulden?

Grundsätzlich können Sie nahezu jede Art von Kredit umschulden. Die häufigsten Fälle sind:

Ratenkredite umschulden

Klassische Ratenkredite oder Konsumentenkredite lassen sich am einfachsten umschulden. Sie haben bei diesen Krediten ein gesetzliches Recht auf vorzeitige Rückzahlung. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die jedoch auf maximal ein Prozent der Restschuld begrenzt ist.

Dispokredit umschulden

Der Dispokredit auf Ihrem Girokonto ist besonders teuer mit Zinsen zwischen 8 und 15 Prozent pro Jahr. Eine Umschuldung in einen günstigen Ratenkredit kann hier schnell mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Da der Dispo keine feste Laufzeit hat, können Sie ihn jederzeit ablösen.

Autokredit umschulden

Auch Autokredite können umgeschuldet werden. Beachten Sie jedoch, dass bei manchen Autofinanzierungen der Fahrzeugbrief als Sicherheit hinterlegt ist. Klären Sie vor der Umschuldung, wie die Sicherheit auf den neuen Kredit übertragen werden kann.

Mehrere Kredite zusammenfassen

Wenn Sie mehrere Kredite bei verschiedenen Banken haben, können Sie diese durch eine Umschuldung in einem einzigen Kredit bündeln. Das vereinfacht die Verwaltung und kann durch bessere Konditionen auch Geld sparen.

Immobilienkredite

Bei Baufinanzierungen gelten besondere Regeln. Eine Umschuldung ist hier oft erst nach Ablauf der Zinsbindung ohne Zusatzkosten möglich. Nach zehn Jahren Laufzeit haben Sie jedoch ein Sonderkündigungsrecht.

Unterschied zwischen Umschuldung und anderen Begriffen

Umschuldung vs. Kreditablösung

Bei einer Kreditablösung wird ein Kredit vorzeitig zurückgezahlt, zum Beispiel durch angespartes Geld oder eine Erbschaft. Bei einer Umschuldung hingegen wird der alte Kredit durch einen neuen ersetzt. Die Schulden bestehen also weiterhin, aber zu neuen Konditionen.

Umschuldung vs. Refinanzierung

Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Im Bankwesen bezeichnet Refinanzierung meist die Beschaffung von Geldmitteln durch Banken selbst. Im Alltag wird der Begriff jedoch häufig gleichbedeutend mit Umschuldung verwendet, besonders im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen.

Umschuldung vs. Anschlussfinanzierung

Eine Anschlussfinanzierung ist eine spezielle Form der Umschuldung bei Immobilienkrediten. Sie wird fällig, wenn die Zinsbindung eines Baukredits ausläuft und eine neue Finanzierung für die Restschuld benötigt wird.

Vorteile einer Umschuldung

  • Niedrigere Zinsen bedeuten geringere Gesamtkosten
  • Flexible Anpassung der Monatsrate an Ihre Situation
  • Übersichtlichkeit durch Zusammenfassung mehrerer Kredite
  • Bessere Planbarkeit durch feste Laufzeit und Rate
  • Möglichkeit, zusätzliches Geld aufzunehmen

Wann ist eine Umschuldung sinnvoll?

Eine Umschuldung ist besonders dann sinnvoll, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:

Ihr aktueller Kredit hat einen deutlich höheren Zinssatz als aktuelle Angebote. Schon ein Zinsunterschied von einem Prozentpunkt kann bei größeren Summen mehrere hundert Euro ausmachen.

Sie nutzen regelmäßig Ihren Dispokredit und zahlen dafür hohe Überziehungszinsen. Ein Ratenkredit ist fast immer günstiger und bietet einen klaren Tilgungsplan.

Sie haben mehrere kleine Kredite bei verschiedenen Banken und möchten den Überblick behalten. Durch Zusammenfassung vereinfachen Sie Ihre Finanzen.

Ihre finanzielle Situation hat sich verbessert und Sie möchten schneller tilgen, oder sie hat sich verschlechtert und Sie benötigen eine niedrigere Rate.

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Häufige Fragen zur Bedeutung von Umschuldung

Unter Umschuldung versteht man die Ablösung eines bestehenden Kredits durch einen neuen Kredit mit besseren Konditionen. Der neue Kredit wird verwendet, um den alten Kredit vollständig zurückzuzahlen. Anschließend bedienen Sie nur noch den neuen Kredit.

Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet Umschuldung meist die Ablösung von Verbraucherkrediten, während Refinanzierung häufiger im Zusammenhang mit Immobilienfinanzierungen verwendet wird. Das Grundprinzip ist jedoch identisch.

Grundsätzlich können Sie fast jeden Kredit umschulden. Bei Ratenkrediten haben Sie ein gesetzliches Recht zur vorzeitigen Rückzahlung. Bei Immobilienkrediten gelten besondere Regelungen, etwa nach zehn Jahren Laufzeit. Dispokredite können jederzeit durch einen günstigeren Ratenkredit abgelöst werden.

Bei einer Kreditablösung wird ein Kredit vorzeitig zurückgezahlt, zum Beispiel durch Ersparnisse oder eine Erbschaft. Bei einer Umschuldung hingegen wird der alte Kredit durch einen neuen ersetzt. Die Schulden bleiben also bestehen, aber zu anderen Konditionen.

Sie müssen Ihre bisherige Bank nicht um Erlaubnis fragen. Das Recht zur vorzeitigen Rückzahlung ist bei Verbraucherkrediten gesetzlich garantiert. Sie sollten jedoch eine Restschuldbestätigung anfordern, damit der neue Kreditgeber den genauen Ablösebetrag kennt.

Nach vollständiger Rückzahlung durch den neuen Kredit wird Ihr alter Kreditvertrag beendet. Sie erhalten von der bisherigen Bank eine Bestätigung über die Ablösung. Bei der Schufa wird der alte Kredit als abbezahlt vermerkt.